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Kinderuni: Wie leben Chinesen heute?

26.01.2012

Neben Ratten, Ziegen, Schlangen und Hunden saßen auch einige kleine Drachen im großen HörsaaI der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. Sie lauschten den Worten, mit denen die Sinologin Prof. Dr. Barbara Mittler von der Universität Heidelberg etwas über das Reich der Mitte erzählte. Über jenes Land also, in dem das Horoskop nicht im Monatsrhythmus, sondern im Jahresrhythmus Glück oder Unglück voraussagt: China.

Mit „Ritter Rost“, den Kindergeschichten von Jörg Hilbert, begann sie ihre „Reise ins Land von Ping und Pong“. Geschickt orientierte sie sich dabei an verschiedenen Kinderbüchern und gab ganz nebenbei Lesetipps, so lange, bis die gut 120 Kinder selbst mit ihren Fragen durch die Vorlesung führten. Mittler zeigte sich flexibel und ging auf alles ein. 

Schnell räumte sie mit den Klischees von den Glatzen mit den langen Zöpfen und Bärten auf. Dieses Bild vom "typischen Chinesen" hatten einst die Manchu geprägt, die von 1644 bis 1911 fast 300 Jahre lang in China herrschten. Auch die Füße der kleinen Mädchen werden nicht mehr qualvoll für den feinen Gang zusammengebunden. Um ihre Erklärungen noch anschaulicher zu gestalten, stellte sie die Gesellschaft Chinas der in Europa gegenüber. Auch wir quälen unsere Füße: in Stöckelschuhen. 

Sehr spannend fanden die Kinder, was die Chinesen essen. Das ließ sich am besten mit den Ideen von Michael Ende beschrieben, dessen Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer manches Verständigungsproblem lösen mussten. „Mayi shungshu“ (Ameisen, die einen Baum hochklettern) waren wohl nicht das Wahre, „zarte Seidenraupen mit weichgekochten Igelstacheln“ auch nicht. Lukas wollte „was Vernünftiges“, Käse zum Beispiel, aber das mochte Ping Pong nicht: „Iiih , das ist ja verschimmelte Milch!“ 

Ein Fünftel der Bevölkerung spricht chinesisch, „aber wir verstehen es eigentlich nur, wenn wir nichts verstehen“, wies Prof. Dr. Mittler augenzwinkert auf die Redewendung „Ich glaube, der spricht chinesisch“ hin. Sie freute sich über ihr junges Publikum, das aufmerksam den Informationen lauschte. Wer nach diesem Vortrag, der von der Akademie für Innovative Bildung und Management (aim) organisiert worden war, sein Wissen noch mehr vertiefen wolle, könne gerne ans Institut in Heidelberg kommen.  Das Beste aber, um China kennenzulernen, sei, so sagte sie abschließend, eine echte Reise nach China.